Europas Papiergeld soll ein neues Design erhalten. So arbeitet die Europäische Zentralbank EZB an der nächsten Generation von Euro-Banknoten. Ziel ist es, die gemeinsame Währung moderner, sicherer und näher an den Menschen zu gestalten.

 

Erstmals soll die Bevölkerung Europas bei der Gestaltung ein Mitspracherecht erhalten. Mit einer öffentlichen Abstimmung möchte die EZB herausfinden, welche Motive die Bürgerinnen und Bürger künftig auf den Geldscheinen bevorzugt sehen möchten.

Im Hochformat oder Querformat ?

Künftig sollen andere Themen als bisher in den Mittelpunkt rücken, vielleicht im Hochformat gestaltet. Zur Auswahl stehen unter anderem Motive mit Vögeln und Flüssen, die europäische Natur hervorheben. Auch bedeutende Persönlichkeiten aus Geschichte, Wissenschaft und Kunst könnten auf den neuen Banknoten erscheinen.

Im Jahr 1961 bestand das jährliche Europa-Motiv aus einer Gruppe von 19 Tauben, die wie eine Taube als dominierendes Motiv angeordnet waren, entworfen von Theo Kurpershoek aus den Niederlanden. Die Tauben standen für die teilnehmenden friedlichen Nationen, von denen jede ihre Individualität bewahrte und gleichzeitig zu einem größeren Ganzen beitrug. Solche Kompositionen wurden zu einem wiederkehrenden Merkmal der EUROPA-CEPT-Motive, um Ideen von Harmonie, Kontinuität und Gleichheit unter den Mitgliedsländern zu spiegeln.

Der große Reiz der klassischen EUROPA-CEPT-Ausgaben liegt darin, dass fast alle teilnehmenden Postverwaltungen für jedes Jahr ein jeweils einheitliches Motiv übernahmen. Obwohl Farben, Nennwerte und Druckverfahren von Land zu Land variierten, blieb das zentrale Motiv im Wesentlichen identisch. Diese jährlichen Motive bieten einen faszinierenden visuellen Einblick in die Ideale, die die europäische Zusammenarbeit der Nachkriegszeit inspirierten.

Die EUROPA-Briefmarken zählen zu den erfolgreichsten und langlebigsten Gemeinschaftsausgaben der Philatelie. Seit ihrer Einführung im Jahr 1956 spiegeln sie die politische, kulturelle und künstlerische Entwicklung Europas wider und stehen für Zusammenarbeit, Frieden und gemeinsame Werte. Was mit sechs Ländern begann, entwickelte sich innerhalb von sieben Jahrzehnten zu einem internationalen Programm mit mehr als fünfzig Postverwaltungen und mehreren tausend ausgegebenen Briefmarken.

Mit der Verbreitung des Sammlerbuches "Geschichte und Drucktechnik" am 1. September 2008 setzte die Liechtensteinische Post neue Maßstäbe im modernen Briefmarkenmarketing. Das anlässlich des 400-jährigen Jubiläums des Fürstenhauses Liechtenstein erschienene Werk entwickelte sich durch eine unerwartete Besonderheit zu einer der spektakulärsten Neuheiten der modernen Philatelie.

Das Buch dokumentierte die Entstehung des Jubiläumsblocks mit dem Porträt von Karl I. von Liechtenstein und enthielt neben der regulären gezähnten Ausgabe zahlreiche Druckstufen (Phasendrucke). Erst kurz vor der Ausgabe wurde bekannt, dass zusätzlich ein ungezähnter Block beilag. Diese exklusive Beigabe machte das Sammlerbuch schlagartig zu einem begehrten Objekt. Bei einem Verkaufspreis von lediglich 69 Schweizer Franken und einer streng limitierten Auflage von nur 5.000 Exemplaren war die gesamte Ausgabe innerhalb kurzer Zeit vergriffen.

Der 200. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten war 1976 nicht nur in Amerika ein nationales Großereignis. Auch zahlreiche europäische Postverwaltungen würdigten das Bicentennial mit Sonderbriefmarken. Die Ausgaben spiegeln die vielfältigen historischen, politischen und kulturellen Beziehungen Europas zu den Vereinigten Staaten wider und gehören bis heute zu den beliebtesten Sammelgebieten der Motivphilatelie.

Jedes Land setzte dabei eigene Akzente. Andorra ehrte Thomas Jefferson, den Hauptverfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und späteren dritten Präsidenten der USA. Belgien entschied sich für das offizielle Jubiläumslogo und unterstrich damit den internationalen Festcharakter des Bicentennials.

2026 jährte sich der Geburtstag von Marilyn Monroe zum 100. Mal; sicher ein Anlass für zahlreiche Sonderausgaben weltweit. Die am 1. Juni 1926 als Norma Jeane Mortenson in Los Angeles geborene Schauspielerin zählt bis heute zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Filmgeschichte. Mit Klassikern von 'Niagara' und 'Blondinen bevorzugt' (1953) bis 'Manche mögen’s heiß' (1959) und 'Misfits - Nicht gesellschaftsfähig' (1961) wurde sie zum Weltstar. Neben ihrer Karriere als Schauspielerin war Marilyn Monroe auch Sängerin, Produzentin und erfolgreiches Fotomodell. Ihr früher Tod am 4. August 1962 machte sie endgültig zu einer Legende der Popkultur.

Die 192. Dresdner Briefmarken-Auktion erwies sich einmal mehr als Ereignis von bemerkenswerter Substanz und Tiefe. Mit 2215 verkauften Deutschland-Losen und mehreren Dutzend Zuschlägen im vierstelligen Bereich zeigte sich der Markt in gefestigter bis lebhafter Verfassung. Besonders klassische Sachsen-Raritäten sowie ausgewählte Spitzenstücke der Nachkriegsphilatelie sorgten für Nachfrage.

Im Bereich Altdeutschland ragte ein legendärer „Sachsen-Dreier“ heraus. Die 3 Pfennige mittelkarminrot (MiNr. 1b, Platte III) präsentierte sich trotz kleiner Randbeanstandungen in attraktiver Gesamterscheinung. Die seltenste Farbnuance dieser Ikone erzielte mit 3000 Euro einen überzeugenden Zuschlag und unterstrich ihre Ausnahmestellung.

Begehrt zeigte sich eine 3 Pf dunkelgelblichgrün auf Luxusbriefstück (MiNr. 2Id), deren klare zentrische Abstempelung NSt 1 und frische Erhaltung mit 1350 Euro honoriert wurden. Hier zeigte sich die unverändert hohe Nachfrage nach Spitzenqualität bei klassischen Einzelstücken.

Ein Höhepunkt der Auktion war eine spektakuläre Fünffarben-Frankatur der Wappen und Kopfausgabe mit den Wertstufen von 3 Pf bis 3 Ngr auf Briefhülle nach Mailand. Diese erst kürzlich nach 175 Jahren wiederentdeckte Kombination wurde treffend als „große Seltenheit der Sachsen-Philatelie“ beschrieben und erreichte 5000 Euro.

Ebenfalls bemerkenswert war eine reizvolle Mischfrankatur zweier 1/2 Ngr-Werte aus unterschiedlichen Kopfausgaben als Tête-à-Tête auf Brief. Die seltene Kombination wurde mit 1600 Euro entsprechend gewürdigt.

Bei den Gemeinschaftsausgaben konnte der Ziffernwert MiNr. 916b als rare postfrische Farbe zu 1350 Euro überzeugen. Auch im SBZ-Abschnitt Berlin-Brandenburg setzte eine Farbtönung unter MiNr. 7Ac waz ein klares Zeichen: Die postfrische 30 Pfennig in schwärzlicholivgrau wurde als Rarität ersten Ranges auf 4100 Euro getrieben. Thüringens Weihnachtsblock-Sonderdruck 1945 mit markanter Verschiebung kletterte auf 2900 Euro.

Etliche DDR-Spezialitäten präsentierten sich höchst gefragt. Besonders hervorzuheben sind die Wasserzeichen-Abarten MiNr. 315XI zu 1800 Euro sowie MiNr. 357XI, die trotz minimaler Einschränkung beachtliche 2050 Euro erreichte. Auch seltene Druckvermerke fanden bis 1150 Euro ihre Liebhaber.

Ein Glanzlicht bildeten schließlich die Wertstreifen des Zentralen Kurierdienstes. Bereits das lose gestempelte Exemplar 26 Y mit Kennbuchstabe Y wurde mit 2250 Euro bedacht. Den Höhepunkt setzte jedoch das wohl einzigartige Paar dieser Sorte auf Fernbrief. Dieses Unikat vereinte Seltenheit, postalische Verwendung und dokumentarische Qualität in idealer Weise und erzielte herausragende 4650 Euro.

Insgesamt zeigte die Auktion eindrucksvoll, dass Qualität, Seltenheit und Attestierung weiterhin entscheidende Faktoren für Spitzenpreise sind. Die Dresdner Versteigerung bestätigte damit nicht nur ihre Bedeutung im Auktionskalender, sondern auch die anhaltende Vitalität des philatelistischen Marktes, von der Klassik bis zu Nachkriegssorten.

Michael Burzan, AIJP